Das Nhankido-Prinzip – Nehmen – Geben – Neutralisieren

Das Prinzip der Gegenseitigkeit kennen viele Menschen. Es nennt sich Altruismus und funktioniert so, dass man etwas gibt, frei von Erwartungen und Ängsten.

Der Mensch lernte im Laufe der Evolution das Teilen, um sein Überleben zu sichern. Allerdings entstand bei vielen Menschen eine Schuld-Last. Entweder nehmen sie oder geben sie zu viel. Im Hinterkopf bleibt die unerfüllte Erwartung.

Eine kleine Zen-Geschichte:
Ein Zen-Schüler seinen Meister : „Meister, wie kann ich Altruismus praktizieren?“
Der Meister antwortete: „Wenn du nur an dich denkst.“ einem Moment später spricht der Meister weiter: „Und wenn du denkst, dass alles DEINS ist. Wenn du in der Lage bist, alle Lebewesen als dich selbst zu sehen, denn dann fällt es dir leichter zu geben und zu lieben. Wenn alles was auf dieser Erde dir gehört, würdest du vorsichtiger damit umgehen. Merke Dir, alles was du tust, tust du dir selber an.“

Meine Empfehlung ist, unser Bewusstsein dahingehend ausrichten, dass das GEBEN an keinerlei Bedingungen geknüpft ist. Wir sollten das Prinzip des Loslassens vollkommen praktizieren. Aber warum halten wir so gern an Dingen fest? Weil es uns das Gefühl von Kontrolle über Situationen respektive andere Menschen vermittelt. Auch das Erreichen eines gewünschten Ergebnisses halten wir so gern fest. Wir beharren darauf, dieses bestimmtes Ergebnis zu brauchen.

Merke: Der Weg ist das Ziel.

Wir werden mit den Gefühlen Hunger, Wärme, Kälte, Schmerz, Lust, Neugier, Verlassenheit, Geborgenheit und Zufriedenheit geboren. Im Laufe unserer Entwicklung bilden sich daraus Emotionen. Emotionen sind Gefühls- oder Gemütsbewegungen wie Liebe, Wut, Trauer, Angst, Mitgefühl, Verachtung, Neid, Bewunderung, Wünsche, Absichten, Meinungen, Vorstellungen oder Erwartungen.

Wie entstehen Erwartungen?
Erwartungen sind an die Zukunft gerichtete Annahmen über das Selbst, über das Sein oder über Handlungen von uns im Bezug zu anderen. Sprich, in unserem Kopf existiert ein Bild, welches mit dem Sein oder Aktivitäten anderer verglichen wird. Dieses Bild kann beispielsweise aus dem Wunsch nach Zufriedenheit oder Geborgenheit erzeugt werden oder bei Hunger in Verbindung mit Lust nach einer tollen Mahlzeit. Läuft nun ein Vorgang anders ab, als wir ihn planten, werden wir enttäuscht. Im schlimmsten Fall geben wir den anderen Beteiligten sogar Schuld an dieser Enttäuschung. Schuld entzieht uns letztlich wichtige Lebensenergie.

Das Nhankido-Prinzip – Nehmen – Geben – Neutralisieren soll helfen, die Enttäuschungen in unserem Leben zu verringern. Ich möchte an dieser Stelle Buddha zitieren, welcher sagte: „Verweile nicht in der Vergangenheit, träume nicht von der Zukunft. Konzentriere dich auf den gegenwärtigen Moment.“ oder „Es gibt keinen Weg zum Glück. Glücklich-sein ist der Weg.“ oder „Lerne loszulassen, das ist der Schlüssel zum Glück.

Schauen wir uns den gegenwärtigen Moment genauer an. Was ist das und wie lange dauert die Gegenwart?
Laut der Definition von Nhankido entsteht der Moment mit dem Impuls einer Motivation bzw. mit dem Willen ein Ergebnis für einen Wunsch oder einer Vision zu erzielen. Kurzum, wir setzen uns ein Ziel. Mit dieser Zielsetzung entsteht gleichzeitig die Erwartung. Glücklich sein bedeutet, die Bereitschaft zu haben, seine Wünsche und Ziele frei von Ängsten in die Tat umzusetzen und zu schauen, wie sich das Ergebnis entwickelt. Die Lebensdauer des Impulses hängt von unserer Aufmerksamkeit ab. Heißt, ist der Moment vorbei, so sollten wir ihn neutralisieren. Das können wir tun, indem wir ihn als reine Erinnerung einstufen oder das Resultat inkl. Lehrneffekt abspeichern.

Genau hier liegt das eigentliche Problem, denn im Zeitalter von Reizüberflutungen, nehmen wir uns dafür nicht mehr die Zeit. Doch eben solche Einstufungen waren es, die zu evolutionären Erfolgen beigetragen haben. Beispielsweise war und ist Feuer von ele­men­ta­rer Be­deu­tung für die Menschheit. Die Feuernutzung ist heute in vielen Lebensbereichen unentbehrlich. Wie sich vor mehreren tausend Jahren die ersten Feuerbändiger anstellten, kann man heute bei Kleinkindern beobachten. Betrachten wir nun das Nhankido-Prinzip im Alltag.

Nhankido-Prinzip – Nehmen – Geben – Neutralisieren
Das Nhankido-Prinzip im täglichen Leben lässt sich auch so übersetzen.
Nehmen = Ernährung, Energiezufuhr, Planung und Organisation
Geben = Bewegung, Energieabbau, Training, Formung der Vision
Neutralisieren = Schlaf, Entschleunigung, , Ablage, Kategorisierung der Ergebnisse

Viele Menschen essen und trinken, ohne Aufmerksamkeit darüber, was und warum sie sich eigentlich Nahrung zuführen. Die Nahrungsaufnahme dient zur Anreicherung von Energieressourcen. Die Größe der Anreicherung hängt von der Zieldefinition des Einzelnen ab. Muskelmasse wird mit Kohlenhydrate aufgebaut und der Erhalt wird durch die Zufuhr von Proteinen bestimmt. Mineralstoffe sind lebensnotwendige anorganische Nährstoffe, welche der Organismus nicht selbst herstellen kann. Kalzium ist beispielsweise ein Baustein für Knochen und Zähne. Eisen, ein Spurenelement, ist unter anderem an der Produktion des Blutfarbstoffs (Hämoglobin) und am Sauerstofftransport beteiligt. Um die Insulinausschüttung zu steuern, benötigt die Schilddrüse für ihre Hormone nicht nur Enzyme, sondern auch Jod. Magnesium hemmt sowohl die Funktion des Parathormons als auch die Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin. Magnesium nicht nur das Stressmineral sondern ein wichtiger Bestandteil des Skelettsystems (Speicherfunktion). Als Gegenspieler von Magnesium setzt Calcium die Muskelkontraktion der glatten und quergestreiften Muskelzellen herab.

Anders als unsere Vorfahren, sitzt der moderne Mensch den ganzen Tag am Schreibtisch vor dem Computer oder abends vor dem Fernseher. Doch dafür sind wir genetisch nicht gemacht. Bewegung ist grundsätzlich Umsetzung unserer Wünsche bzw. von der Vorstellung unseren SEINs. Wie viel Bewegung nötig ist, hängt von der also von unserer eigenen Zieldefinition ab. Menschen mit einer chilligen Lebensweise benötigen demnach auch eine geringe Energiezufuhr. Ein Leistungssportler hingegen trainiert für seinen Erfolg sehr viel. Dadurch wird er größere Mengen Energie zu sich führen.

Ganz wichtig ist das Neutralisieren, sprich das bewußte Beenden eines Momentes. Neben der Energiezufuhr sowie dem Energieabbau benötigt unser Körper Regenerationsphasen. Regeneration steht für Selbstheilung. Bei der Ernährung wird die Nahrung in die jeweiligen Einzelteile zerlegt. Jede Zerlegung bedingt eine Art Zerstörung und macht somit die Heilung in Form von Regeneration notwendig. Ebenso verhält sich es mit der geistigen Ernährung. Je größer der Lernstoff, um so größer sollten auch die Regenerationsphasen sein. Die moderne Welt vermittelt uns den Eindruck, dass man durch Training diese Phasen der Regeneration verkleinern kann. Dies erzeugt auf Dauer Reizüberflutung.

Wie kann man das Nhankido-Prinzip trainieren?
Indem man aufmerksam und bewusste Momente erlebt, neugierig ist und bereit ist das Risiko des Scheiterns in Kauf zu nehmen. Indem man aus Fehlern lernt und neue Herangehensweisen entwickelt, um seine Wünsche und Visionen umzusetzen.

Übung Ernährung vs. Bewegung:
Morgens NEHMEN wir Energie mit unserem Frühstück auf. Diese sollte so dosiert sein, um den Tagesbedarf unserer Bewegung/Training zu decken.
Tagsüber GEBEN wir Energie ab, indem wir arbeiten bzw. unsere Wünsche umsetzen.
Abends NEUTRALISIEREN wir. Wird mehr Energie benötigt, führen wir sie zu. Konsumierten wir am Morgen zu viel, bekommt unser Körper noch etwas Bewegung.

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