Bären lernen sich zu wehren
Selbstverteidigung für Kinder beginnt nicht erst mit einem Griff oder einer Abwehrtechnik. Sie beginnt dort, wo Kinder lernen, ihren Körper wahrzunehmen, sicherer aufzutreten und auch unter Bewegung handlungsfähig zu bleiben.

Einfach, verständlich und kindgerecht
Nhankido-Trainer Heiko Jendreck zeigte den Kurpfalzbären einfache Möglichkeiten, sich mit vergleichsweise unkomplizierten Handgriffen zu wehren.
Dabei ging es nicht darum, Kindern möglichst viele Techniken beizubringen. Viel wichtiger war, dass sie Bewegungen nachvollziehen, ausprobieren und ein Gefühl dafür entwickeln konnten, wie sie ihren eigenen Körper einsetzen.
Handlungsfähig bleiben
Einfache Abwehr- und Befreiungsbewegungen vermitteln das Gefühl, einer unangenehmen Situation nicht vollkommen ausgeliefert zu sein.
Den eigenen Körper organisieren
Stabilisationsübungen helfen dabei, Gleichgewicht, Haltung und Körperspannung bewusster wahrzunehmen.
Bewegen und reagieren
Koordinationsübungen verbinden Aufmerksamkeit und Bewegung und schaffen damit eine wichtige Grundlage für sicheres körperliches Handeln.
Selbstverteidigung beginnt vor der Technik
Gerade bei Kindern sollte Selbstverteidigung nicht auf körperliche Gegenwehr reduziert werden. Ein wichtiger Teil besteht darin, ein Gefühl für den eigenen Körper, die eigene Position und die eigenen Möglichkeiten zu entwickeln.
Wer sein Gleichgewicht besser halten, Bewegungen koordinierter ausführen und den eigenen Körper bewusster wahrnehmen kann, entwickelt nicht nur technische Fähigkeiten. Gleichzeitig kann dadurch ein stärkeres Gefühl von Sicherheit und Selbstvertrauen entstehen.
Training darf Spaß machen
Bei aller Ernsthaftigkeit des Themas spielte deshalb auch die Freude an Bewegung eine wichtige Rolle. Stabilisations-, Koordinations- und Selbstverteidigungsübungen wurden miteinander verbunden, sodass das Training nicht wie eine Prüfung, sondern wie gemeinsames Entdecken erlebt werden konnte.
Die positive Reaktion der Kinder zeigte sich auch zu Hause. Ein Elternteil berichtete anschließend sinngemäß, die Tochter habe den ganzen Abend begeistert von der Aktion erzählt.
Ein Training mit nachhaltiger Wirkung
Das Training wurde von Kindern und Eltern positiv aufgenommen. Schon damals entstanden deshalb Überlegungen zu weiteren gemeinsamen Terminen.
Rückblickend zeigt dieser frühe Praxisbericht bereits etwas, das bis heute zum Nhankido-Verständnis von Selbstverteidigung gehört: Technik ist wichtig – aber sie steht nie allein.
Selbstschutz beginnt mit Wahrnehmung.
Bewegung, Stabilität, Koordination und einfache Selbstverteidigung greifen ineinander. So entsteht nicht nur Technik, sondern vor allem das Vertrauen, auch in einer schwierigen Situation handlungsfähig bleiben zu können.
