Wir können unser inneres Erleben wie ein Haus mit verschiedenen Räumen betrachten. Jeder dieser Räume besitzt eine eigene Atmosphäre. In jedem stehen vertraute Möbel, hängen alte Bilder und führen eingeprägte Wege von einer Tür zur nächsten. Manche Räume wirken hell und weit, andere eng, dunkel oder überfüllt.
Vieles darin haben wir nicht bewusst eingerichtet. Erfahrungen haben Spuren hinterlassen. Worte, Beziehungen, Verletzungen, Erfolge und Ängste wurden zu inneren Bildern. Wiederholte Reaktionen wurden zu Gewohnheiten und aus Gewohnheiten entstanden Muster, die bis heute beeinflussen, wie wir denken, fühlen und handeln.
Im Nhankido unterscheiden wir in diesem Lehrbild drei innere Räume: den Raum des Egos, den Raum des Ichs und den Raum des Selbst. Sie bilden keine Hierarchie und keiner dieser Räume muss verlassen oder zerstört werden. Entwicklung beginnt, wenn wir erkennen, in welchem Raum wir uns gerade befinden und lernen, ihn bewusst zu gestalten.
